Donnerstag, 12.09.19- Alles kalter Kaffee!
Anschließend gings ins klimatisierte
Zimmer: planen, organisieren und Schwimmzeug packen, denn wir wollten
noch baden. Am Strand gab es grad kostenloses Peeling, da der Sand
durch den Wind durch die Luft gewirbelt wurde. Deswegen suchten wir
uns eine ruhige Ecke und gingen abwechselnd ins Wasser. Es war …
pisswarm! Genau die richtige Betriebstemperatur im Meer für meinen
lieben Freund, der wäre hier wahrscheinlich so lange drin geblieben
bis er ganz aufgeweicht wäre. Zwischendurch gabs ein paar kleine
Sandlöcher, sodass man beim Laufen eher aussah wie eine betrunkene
Möwe- nix Baywatch nee nee. Nach einer kurzen Bräunungsphase im
Schatten der Palmen machte ich mich auf den Weg zurück ins Hostel,
um mich auf Hoi An vorzubereiten.
Am Strand angekommen gab es erst einmal
eine Fotosession mit den zwei vietnamesischen Hüten, die sich Song
und Christy gekauft hatten. Danach durfte ich entscheiden, ob es das
Restaurant mit der guten Stimmung oder das mit dem guten Essen sein
sollte- was für eine Frage! Die gute Stimmung kommt bei gutem Essen.
Zusammen bestellten wir verschiedene Gerichte (v.a. Sea Food), was
dann geteilt wurde. Im Anschluss wurde viel über Klischées und
Eigenarten der jeweiligen Länder geredet, wobei keiner von ihnen in
Korea bleiben wollte, da es ihnen zu konservativ war.
Jedes Mal, wenn
sie etwas lustig fanden oder mir zustimmten, lächelten sie und
klatschten stumm vor ihrem Gesicht in die Hände. Das war lustig, so
sind sie die kulturellen Unterschiede. Wenn man im Vergleich dazu die
Deutschen betrachtet... tja, da klatscht nicht jeder, wenn er
zustimmt, wenn du Glück hast kriegst du (v.a.nördlich) eher ein
dezentes Nicken und wenns ein guter Tag ist ein Grunzen dazu gratis!
Eigentlich wollten wir den
Sonnenuntergang sehen, aber der verschwand hinter Wolken und so
beobachteten wir die vielen Hunde, die teilweise aussahen wie eine
Mini-Version von Robbin.
Danach gings mit Grabcar weiter zur
Altstadt und jetzt verstand ich auch, warum Jayhee mir geraten hatte
eher abends hierher zu kommen. Es war zwar ziemlich voll, aber es sah
wahnsinnig schön aus, wir hielten kurz an einem Teil der alten Gebäude, um Fotos zu machen.
Überall in den Straßen hingen bunte Laternen
und auf dem Fluss schipperten kleine Boote, in die uns auch eine
hutzelige alte kleine Frau mit ominösen Preisangeboten für eine
Fahrt locken wollte. Nee danke, wir gucken lieber so. Zudem war der
versprochene Vollmondkäse, der ja Glück bringen sollte, wenn man
unter ihm eine Fahrt auf dem Fluss unternahm, doch nicht ganz so
voll, ein Stückchen war noch von der großen Mondmaus abgefressen.
Auf der Brücke über dem Fluss drängten sich viele Menschen. Es war
so ein dichtes Gedränge, dass das oberste Motto lauten musste: Alles
gut festhalten, sonst steht man am anderen Ende der Brücke nachher
nackt da. Auf der anderen Seite gab es viele Restaurants, kleine
Verkaufsstände und Leute, die einem Laternen mit Kerzen drin
verkaufen wollten (Bringt Glück, bringt Glück! Ich warte immernoch
darauf, dass mir jemand eine Glücksgrille verkaufen will!).
Zudem gab es noch Haarreifen mit blinkenden Katzenohren oder solch blinkende Blumenkränze wie ich sie auch (natürlich unblinkend) für Sara JGA gekauft hatte. Ich überlegte kurz meinem Vater solche Katzenohren mitzubringen, unterließ es dann aber doch.
Noch einmal
über die kontaktfreudige Brücke (dank ihrer Hüte konnte ich die
anderen gar nicht verlieren) und dann schlenderten wir zwischen
vielen Geschäften umher, die Anzüge und Kleider aus Seide, allerlei
Schruts (Souvenirs) und Schuhe verkauften und dann wieder Kleider und
wieder Bieröffner mit Vietnam drauf und wieder Schuhe. Letztere
waren nur einen Moment überraschend als ich das Geräusch von
Quietschenten vernahm. Irgendwo musste einer in der Badewanne
herumsitzen und die arme Ente drücken. Entgegen meiner Erwartung kam
das Geräusch von einem kleinen Mädchen, die aber keine Ente bei
sich hatte. Irgendwann bekam ich raus, dass es ihre Schuhe waren, die
so quietschten. Eine perfide Idee der Eltern, damit das Kind ja nicht
entwischen konnte. Allerdings glaube ich, dass sie sich damit wohl
auch ein Eigentor geschossen hatten, denn bekanntlich laufen kleine
Kinder gerne (auch mal nur im Kreis) und ich hätte die Schuhe auf
der Heimfahrt schnell unauffällig aus dem Autofenster verschwinden
lassen.
Wir tranken in einem niedlichen Café etwas und versuchten
anschließend ein Grabcar zu erwischen. Diese waren zu der Stunde
aber unerhört teuer. Auf der Hinfahrt waren es noch 240.000 Dong für
uns gewesen (knapp 9€ für 4 Leute für 40 Minuten Fahrt im Taxi),
jetzt sollten es über 800.000 werden. Da wir sehr hilflos
dreinschauten sammelten sich langsam die Taxifahrer wie die Geier um
uns und einer bot uns 700.000 an. Jahaaa nicht mit mir! Ich schaffte
es den Herrn auf 450.000 Dong herunterzuhandeln. Wir hatten auch
Grabbikes (ca. 100.000) nehmen können, aber die Mädels waren da
etwas zu ängstlich und trugen teilweise Kleid. Egal, los geht’s.
Zurückgekehrt prüfte der Taxi meine Scheine, er hatte wohl Angst,
dass ich ihn bescheißen könnte. Ich hatte Jayhee überredet mich
mal zahlen zu lassen, weil sie mich den ganzen Tag schon zu allem
eingeladen hatte und nichts zurücknehmen wollte- außerdem hatte ich
es passend und sonst krallte der sich nachher noch das Rückgeld. Wir
liefen noch zusammen zum Nachtmarkt und verabschiedeten uns dann
freundlich von einander. Über ATM und Supermarkt (ich erstand noch
Wasser und Kekse- denn für die Zugfahrt morgen mussten wir ja etwas
haben) gings ins Hostel, wo ich mit Leslie noch gemeinsam packte,
duschte und schließlich ins Bett fiel.








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