Montag, 16. September 2019

Donnerstag, 12.09.19- Alles kalter Kaffee!

Auch dieser Tag begann mit Ausschlafen, jedoch waren Leslie und ich extra früh aufgewacht, um uns von Misaki zu verabschieden, die aber schlief um 08.50 Uhr noch, obwohl sie um 09.15 Uhr mit dem Taxi zum Bahnhof wollte. Um 09.25 Uhr verließ sie dann eiligen Schrittes und winkend das Hostelzimmer. Wir schliefen noch ein wenig weiter, ich hatte nicht gut geschlafen, da die Koreanerin neben mir mehrmals wegen Beauty-Sitzungen ins Bad lief (Maske rauf- Maske runter, Augenbrauen zupfen, Gesichtsmassage...) und dann nachts sehr geräuschvoll und hampelnd schlief. Vielleicht träumte sie gerade, dass man ihre Waschtasche geklaut hatte. Am späten Vormittag gings dann wieder ins „Bikini-Bottom“- Restaurant- Frühstück fassen! Diesmal entschieden wir uns für schrecklich gesund aussehende (und auch gut schmeckende) „Fruit bowls!“. So eine Arbeit würde ich mir sonst nicht machen und hier bekam man sie für 2-3€.

Anschließend gings ins klimatisierte Zimmer: planen, organisieren und Schwimmzeug packen, denn wir wollten noch baden. Am Strand gab es grad kostenloses Peeling, da der Sand durch den Wind durch die Luft gewirbelt wurde. Deswegen suchten wir uns eine ruhige Ecke und gingen abwechselnd ins Wasser. Es war … pisswarm! Genau die richtige Betriebstemperatur im Meer für meinen lieben Freund, der wäre hier wahrscheinlich so lange drin geblieben bis er ganz aufgeweicht wäre. Zwischendurch gabs ein paar kleine Sandlöcher, sodass man beim Laufen eher aussah wie eine betrunkene Möwe- nix Baywatch nee nee. Nach einer kurzen Bräunungsphase im Schatten der Palmen machte ich mich auf den Weg zurück ins Hostel, um mich auf Hoi An vorzubereiten.

 

Bennis Kollege hatte bei einer Montage/Urlaub eine in Vietnam lebende Koreanerin kennengelernt und die gefragt, ob sie Zeit hätte mir ein wenig die Gegend zu zeigen. Nett wie sie war hatte sie Zeit und wartete auch schon im „43 Coffee Factory“ - keine zwei Minuten vom Hostel entfernt (sie wohnte auch direkt eine Straße weiter). Für dieses Café war ich leicht underdressed und entdeckte eine sorgfältig gekleidete und gepflegte hübsche junge Dame, die sehr gut Englisch sprach und mich gleich auf einen Kaffee einladen wollte. Da ich von Kaffee ungefähr so viel Ahnung habe wie vom Einradfahren, begleitete sie mich und die Bedienung erklärte mir die Karte. Weil mir das auch nicht viel half bediente ich mich der altbewährten Backpackerweise des „mit-dem-Finger-Draufzeigens“. Ich hatte eine gute Wahl getroffen, denn sehr schnell kam ein hübsch angerichtetes kleines Tablett mit mehreren Gläsern darauf. Das rechte musste man in das linke kippen, das in der Mitte zweimal schwenken und dann unter Rühren in den Ausguss gießen... zum Glück war es weit weniger kompliziert und schmeckte sehr lecker. „Coconut Brewed Cold Coffee“ ist ein typisch vietnamesischer Kaffee, der – wie mir Jayhee verriet- wie alle Kaffees in Vietnam normalerweise kalt getrunken werden. Dem geneigten deutschen Kaffeetrinker kommt da ja – es sei denn es ist Eiskaffee- manchmal eher das Würgen und der Ausdruck „Das ist alles kalter Kaffee.“ hat ja auch eher eine negative Konnotation. Ich finds super, zumal in der kleinen Tasse gefühlt eine ganze Kokosnuss verarbeitet war. Jayhee fragte mich, ob ich es in Ordnung fände, wenn noch zwei ihrer Freunde mitkommen, da diese sie besuchten und ihren Flug verschieben mussten und daher immernoch da waren. Von mir aus – no problemo und so lernte ich Song und Christy kennen. Song sprach gut Englisch während Christy es zwar verstand, sich aber eher zurück hielt. 
Also auf auf das Grabcar wartet! Auf dem Weg zum „An Bang“-Beach von Hoi An kamen wir auch zufällig an den Marble Mountains vorbei, die Leslie vielleicht noch sehen wollte. So spektakulär fand ich diese aber nicht. Gesäumt wurden die zwei Mini-Berge mitten im Flachland von zahlreichen Marmorfigurenshops, in denen man das Stück seiner Wahl bestimmt direkt unter den Arm klemmen und mitnehmen konnte. Da ist für jeden was dabei, egal ob Balkon oder private Parkanlage.

Am Strand angekommen gab es erst einmal eine Fotosession mit den zwei vietnamesischen Hüten, die sich Song und Christy gekauft hatten. Danach durfte ich entscheiden, ob es das Restaurant mit der guten Stimmung oder das mit dem guten Essen sein sollte- was für eine Frage! Die gute Stimmung kommt bei gutem Essen. Zusammen bestellten wir verschiedene Gerichte (v.a. Sea Food), was dann geteilt wurde. Im Anschluss wurde viel über Klischées und Eigenarten der jeweiligen Länder geredet, wobei keiner von ihnen in Korea bleiben wollte, da es ihnen zu konservativ war.



Jedes Mal, wenn sie etwas lustig fanden oder mir zustimmten, lächelten sie und klatschten stumm vor ihrem Gesicht in die Hände. Das war lustig, so sind sie die kulturellen Unterschiede. Wenn man im Vergleich dazu die Deutschen betrachtet... tja, da klatscht nicht jeder, wenn er zustimmt, wenn du Glück hast kriegst du (v.a.nördlich) eher ein dezentes Nicken und wenns ein guter Tag ist ein Grunzen dazu gratis!







 
Eigentlich wollten wir den Sonnenuntergang sehen, aber der verschwand hinter Wolken und so beobachteten wir die vielen Hunde, die teilweise aussahen wie eine Mini-Version von Robbin.











Danach gings mit Grabcar weiter zur Altstadt und jetzt verstand ich auch, warum Jayhee mir geraten hatte eher abends hierher zu kommen. Es war zwar ziemlich voll, aber es sah wahnsinnig schön aus, wir hielten kurz an einem Teil der alten Gebäude, um Fotos zu machen. 

Überall in den Straßen hingen bunte Laternen und auf dem Fluss schipperten kleine Boote, in die uns auch eine hutzelige alte kleine Frau mit ominösen Preisangeboten für eine Fahrt locken wollte. Nee danke, wir gucken lieber so. Zudem war der versprochene Vollmondkäse, der ja Glück bringen sollte, wenn man unter ihm eine Fahrt auf dem Fluss unternahm, doch nicht ganz so voll, ein Stückchen war noch von der großen Mondmaus abgefressen.

Auf der Brücke über dem Fluss drängten sich viele Menschen. Es war so ein dichtes Gedränge, dass das oberste Motto lauten musste: Alles gut festhalten, sonst steht man am anderen Ende der Brücke nachher nackt da. Auf der anderen Seite gab es viele Restaurants, kleine Verkaufsstände und Leute, die einem Laternen mit Kerzen drin verkaufen wollten (Bringt Glück, bringt Glück! Ich warte immernoch darauf, dass mir jemand eine Glücksgrille verkaufen will!).


Zudem gab es noch Haarreifen mit blinkenden Katzenohren oder solch blinkende Blumenkränze wie ich sie auch (natürlich unblinkend) für Sara JGA gekauft hatte. Ich überlegte kurz meinem Vater solche Katzenohren mitzubringen, unterließ es dann aber doch.





Noch einmal über die kontaktfreudige Brücke (dank ihrer Hüte konnte ich die anderen gar nicht verlieren) und dann schlenderten wir zwischen vielen Geschäften umher, die Anzüge und Kleider aus Seide, allerlei Schruts (Souvenirs) und Schuhe verkauften und dann wieder Kleider und wieder Bieröffner mit Vietnam drauf und wieder Schuhe. Letztere waren nur einen Moment überraschend als ich das Geräusch von Quietschenten vernahm. Irgendwo musste einer in der Badewanne herumsitzen und die arme Ente drücken. Entgegen meiner Erwartung kam das Geräusch von einem kleinen Mädchen, die aber keine Ente bei sich hatte. Irgendwann bekam ich raus, dass es ihre Schuhe waren, die so quietschten. Eine perfide Idee der Eltern, damit das Kind ja nicht entwischen konnte. Allerdings glaube ich, dass sie sich damit wohl auch ein Eigentor geschossen hatten, denn bekanntlich laufen kleine Kinder gerne (auch mal nur im Kreis) und ich hätte die Schuhe auf der Heimfahrt schnell unauffällig aus dem Autofenster verschwinden lassen.

Wir tranken in einem niedlichen Café etwas und versuchten anschließend ein Grabcar zu erwischen. Diese waren zu der Stunde aber unerhört teuer. Auf der Hinfahrt waren es noch 240.000 Dong für uns gewesen (knapp 9€ für 4 Leute für 40 Minuten Fahrt im Taxi), jetzt sollten es über 800.000 werden. Da wir sehr hilflos dreinschauten sammelten sich langsam die Taxifahrer wie die Geier um uns und einer bot uns 700.000 an. Jahaaa nicht mit mir! Ich schaffte es den Herrn auf 450.000 Dong herunterzuhandeln. Wir hatten auch Grabbikes (ca. 100.000) nehmen können, aber die Mädels waren da etwas zu ängstlich und trugen teilweise Kleid. Egal, los geht’s.

Zurückgekehrt prüfte der Taxi meine Scheine, er hatte wohl Angst, dass ich ihn bescheißen könnte. Ich hatte Jayhee überredet mich mal zahlen zu lassen, weil sie mich den ganzen Tag schon zu allem eingeladen hatte und nichts zurücknehmen wollte- außerdem hatte ich es passend und sonst krallte der sich nachher noch das Rückgeld. Wir liefen noch zusammen zum Nachtmarkt und verabschiedeten uns dann freundlich von einander. Über ATM und Supermarkt (ich erstand noch Wasser und Kekse- denn für die Zugfahrt morgen mussten wir ja etwas haben) gings ins Hostel, wo ich mit Leslie noch gemeinsam packte, duschte und schließlich ins Bett fiel.

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