Freitag, 20. September 2019

Montag, 16.09.19/Dienstag 17.09.19- Der vietnamesische fahrende Ritter!

Heute morgen zogen die weiblichen Tic, Tric und Trac aus und zwar mit Getöse. Das hat man davon, wenn man selbst versucht Rücksicht zu nehmen, aber es andere, erwachsene Menschen nicht auf die Reihe kriegen, sich morgens um 07.30 leise davon zu machen und nicht noch das halbe Hostel mit aufzuwecken. Irgendwann waren sie zum Glück weg und ließen Licht und Tür für mich an und weit offen. Naja dann eben gleich zum Frühstück. Ich entschied mich wieder für das Omlette mit den Tomaten und Tee.
Dann wagte ich es bei Tag alleine bis zum nächsten ATM zu wandeln und um Wasser zu kaufen. Noch nie wurde ich so oft gefragt, wo ich denn hinginge, ob ich ein Taxi bräuchte oder was kaufen wollte. Ähm zum Supermarkt, nein danke ich laufe und nein danke, hab schon alles. Ich erstand Geld, Kekse und Wasser, eben alles, was man so zum Überleben hier braucht. Dann gings für ein weiteres Nickerchen ins Hostel. Dann packen und um 12 Uhr auschecken, die restlichen Stunden bis zum Nachtbus verbrachte ich mit schaukeln (jahaaa sie hatten eine kleine Hollywoodschaukel), Blog schreiben und damit, mich mit der Rezeptionistin unterhalten. Die wollte gern viel über Europa hören und wie sie auf manche Europäer eingehen sollte, weil sie manchmal nicht wusste, warum die Leute unzufrieden waren und sie wollte das gern verstehen. Tja ich vermute mal, dass wir einfach der Meinung sind, dass wir in einem Land, in dem es günstiger ist als bei uns für den günstigsten Preis den höchsten Standard erwarten und wenn es das nicht gibt, dann motzen wir halt gern. Außerdem wollte sie gern wissen, was ich von ihrem Land und den Vietnamesen halte und sie meinte es wäre schade, dass so viele hier nur eine Nacht bleiben und dann weiterreisen würde, da die Stadt doch eigentlich ganz schön wäre und sie gern wollte, dass die Leute länger blieben. Am Schluss verabschiedete sie sich nochmal höflich von mir und bot mir erneut an, dass ich gern noch duschen könnte bevor ich losfahre und gab mir noch ein neues Handtuch. Das war wirklich sehr nett. Der Bus verspätete sich etwas hieß es nach der Dusche. Aus 10 Minuten wurden 50 und dann kam jemand, um mich auf dem Motorrad mit zum Busbahnhof zu fahren. Dort warteten schon einige Leute und nach ein paar Minuten rumstehen ging es in den Bus, der wirklich mit Doppelstockbetten ausgestattet war.
Für Menschen mit großem Körperumfang oder langen Beinen wäre es aber nichts gewesen, denn es war wirklich nicht einfach sich in ein Bett fallen zu lassen. Rechts neben mir begrüßte mich ein Engländer aus Oxford, der allerdings kein Oxfordenglisch sprach, sondern seine Zähne nicht auseinander bekam, sodass es gar nicht so einfach war ihn zu verstehen. Vor ihm in der Reihe saßen noch zwei Briten, dazu kamen dann noch zwei deutsche Mädchen und zwei Herren aus ich weiß nicht wo. Der Rest war tatsächlich mit Vietnamesen belegt, die ausnahmslos auf ihrem Handy irgendwelche Online-Videospiele zockten. Es gab sogar Decken und eine Toilette. Zum Glück verrutschten die Betten nicht beim Fahren wie im echten fahrenden Ritter im dritten Harry-Potter-Buch, wir hielten allerdings recht oft, um Leute auszuladen, einzusammeln oder Pakete zu verteilen oder mitzunehmen. Naja solange sie nicht gleich auch noch Schweinchen oder Säcke Reis einluden, von mir aus.

Es war allerdings nicht sehr einfach in dem Bus zu schlafen, nicht nur, weil natürlich einer wieder schnarchte, sondern auch, weil wir scheinbar über Stock und Stein fuhren. Wir hielten auch am selben Restaurant wie auf der DMZ-Tour, aber mir war nicht nach Essen und so schlenderte ich um den Bus, um meine Beine zu bewegen. Wir hatten jetzt schon eine ziemliche Verspätung, sodass ich hoffentlich später als um 04.30 Uhr in Tam Coc ankommen würde. Leider holte der Bus ziemlich auf, sodass wir sogar um 04.20 Uhr vor dem Long Hotel in Tam Coc standen, vor dem es sonst sehr ruhig war. Da das angeforderte Grab Car behauptete ich würde schon mit ihm fahren und auch der Herr vom Long Hotel meinte es wäre nicht weit, lief ich die paar Meter zum Hostel und stand tatsächlich vor dem Eingang der Tam Coc Central Bungalows.
Laut der E-Mail, die ich auf meine Anfrage erhalten hatte, sollte ich einfach klingeln und jemand vom Personal würde mir öffnen. Gesagt getan. Ich klingelte einmal, zweimal, dreimal... und so weiter, aber geschlagene 45 Minuten öffnete niemand. So sah ich mir den Sonnenaufgang an, bemerkte, dass neben dem Tor innen ein Hund schlief und setzte mich mit meinen Sachen dazu.



Innen hopste eine Kröte vor den erleuchteten Kühlschrank und bestaunte den Inhalt. Draußen sah ich wie mir eine Ratte aus dem Busch vor dem Reisfeld zuwinkte und ich klingelte nochmal, der Hund schlief. Die Kröte saß inzwischen vor dem Chipsregal und schien sich zwischen den Sorten nicht entscheiden zu können, der Hund schlief. Beim nächsten Klingeln hörte ich zum ersten Mal die Klingel, auch wenn ich vorher bereits fester und länger drauf gedrückt hatte.Vielleicht hatte sie einen Wackelkontakt. Zwei verschlafen junge Herren begannen sich zu regen, öffneten die Tür und wiesen mir den Weg zu meinem Bungalow mit großem Bett für mich allein.



Erstmal duschen und dann noch kurz schlafen bis zum Frühstück, das sah gar nicht schlecht aus (Obst, Brot, Saft, vietnamesische Gerichte), war aber für Langschläfer nicht geeignet, da um 09.30 vorbei. Egal, kann mich ja nochmal hinlegen.

Überhaupt hatte ich an dem Tag nicht wirklich was vor. Die nette Frau an der Rezeption zeigte mir auf einem Plan, was man alles machen kann und ich fragte nach einer Tour in den Nationalpark. Da gab es einen Bus, den sie mir auch buchen wollte. Ich wanderte in die „Stadt“, um mir das Hotel anzusehen, an dem der Bus starten sollte. Auf der Rücktour deckte ich mich wieder mit Wasser ein, wobei die Frau von 15.000 auf 10.000 Dong herunterging als ich mich anschickte den Laden wieder zu verlassen, na bei der komm ich nochmal vorbei. Den restlichen Tag saß ich vor meinem Bungalow und machte wirklich nichts.





Wenn die Langeweile sehr groß wurde, dann schrieb ich am Blog oder sortierte Fotos. Abends wagte ich einen Versuch mit dem Restaurantessen. Ich bestellte Frühlingsrollen und Gemüse sowie einen Limettensaft. Die Portionen waren ziemlich groß, wobei das Gemüse leider überwiegend aus Kohl bestand und sonst keinen Geschmack hatte. Egal, wozu gibt es denn Sojasauce? Also ordentlich rauf da. Einige der Frühlingsrollen parkte ich in meinem Kühlschrank für später. Nachdem ich der Ratte noch gewunken hatte, die hinter dem Blumentopf gierig auf meine Frühlingsrollen gestarrt hatte, gings zurück in meinen schönen Bungalow!




























 

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