Montag, 16.09.19/Dienstag 17.09.19- Der vietnamesische fahrende Ritter!
Heute morgen zogen die weiblichen Tic,
Tric und Trac aus und zwar mit Getöse. Das hat man davon, wenn man
selbst versucht Rücksicht zu nehmen, aber es andere, erwachsene
Menschen nicht auf die Reihe kriegen, sich morgens um 07.30 leise
davon zu machen und nicht noch das halbe Hostel mit aufzuwecken.
Irgendwann waren sie zum Glück weg und ließen Licht und Tür für
mich an und weit offen. Naja dann eben gleich zum Frühstück. Ich
entschied mich wieder für das Omlette mit den Tomaten und Tee.
Dann
wagte ich es bei Tag alleine bis zum nächsten ATM zu wandeln und um
Wasser zu kaufen. Noch nie wurde ich so oft gefragt, wo ich denn
hinginge, ob ich ein Taxi bräuchte oder was kaufen wollte. Ähm zum
Supermarkt, nein danke ich laufe und nein danke, hab schon alles. Ich
erstand Geld, Kekse und Wasser, eben alles, was man so zum Überleben
hier braucht. Dann gings für ein weiteres Nickerchen ins Hostel.
Dann packen und um 12 Uhr auschecken, die restlichen Stunden bis zum
Nachtbus verbrachte ich mit schaukeln (jahaaa sie hatten eine kleine
Hollywoodschaukel), Blog schreiben und damit, mich mit der
Rezeptionistin unterhalten. Die wollte gern viel über Europa hören
und wie sie auf manche Europäer eingehen sollte, weil sie manchmal
nicht wusste, warum die Leute unzufrieden waren und sie wollte das
gern verstehen. Tja ich vermute mal, dass wir einfach der Meinung
sind, dass wir in einem Land, in dem es günstiger ist als bei uns
für den günstigsten Preis den höchsten Standard erwarten und wenn
es das nicht gibt, dann motzen wir halt gern. Außerdem wollte sie
gern wissen, was ich von ihrem Land und den Vietnamesen halte und sie
meinte es wäre schade, dass so viele hier nur eine Nacht bleiben und
dann weiterreisen würde, da die Stadt doch eigentlich ganz schön
wäre und sie gern wollte, dass die Leute länger blieben. Am Schluss
verabschiedete sie sich nochmal höflich von mir und bot mir erneut
an, dass ich gern noch duschen könnte bevor ich losfahre und gab mir
noch ein neues Handtuch. Das war wirklich sehr nett. Der Bus
verspätete sich etwas hieß es nach der Dusche. Aus 10 Minuten
wurden 50 und dann kam jemand, um mich auf dem Motorrad mit zum
Busbahnhof zu fahren. Dort warteten schon einige Leute und nach ein
paar Minuten rumstehen ging es in den Bus, der wirklich mit
Doppelstockbetten ausgestattet war.
Für Menschen mit großem
Körperumfang oder langen Beinen wäre es aber nichts gewesen, denn
es war wirklich nicht einfach sich in ein Bett fallen zu lassen.
Rechts neben mir begrüßte mich ein Engländer aus Oxford, der
allerdings kein Oxfordenglisch sprach, sondern seine Zähne nicht
auseinander bekam, sodass es gar nicht so einfach war ihn zu
verstehen. Vor ihm in der Reihe saßen noch zwei Briten, dazu kamen
dann noch zwei deutsche Mädchen und zwei Herren aus ich weiß nicht
wo. Der Rest war tatsächlich mit Vietnamesen belegt, die ausnahmslos
auf ihrem Handy irgendwelche Online-Videospiele zockten. Es gab sogar
Decken und eine Toilette. Zum Glück verrutschten die Betten nicht
beim Fahren wie im echten fahrenden Ritter im dritten
Harry-Potter-Buch, wir hielten allerdings recht oft, um Leute
auszuladen, einzusammeln oder Pakete zu verteilen oder mitzunehmen.
Naja solange sie nicht gleich auch noch Schweinchen oder Säcke Reis
einluden, von mir aus.
Es war allerdings nicht sehr einfach in dem
Bus zu schlafen, nicht nur, weil natürlich einer wieder schnarchte,
sondern auch, weil wir scheinbar über Stock und Stein fuhren. Wir
hielten auch am selben Restaurant wie auf der DMZ-Tour, aber mir war
nicht nach Essen und so schlenderte ich um den Bus, um meine Beine zu
bewegen. Wir hatten jetzt schon eine ziemliche Verspätung, sodass
ich hoffentlich später als um 04.30 Uhr in Tam Coc ankommen würde.
Leider holte der Bus ziemlich auf, sodass wir sogar um 04.20 Uhr vor
dem Long Hotel in Tam Coc standen, vor dem es sonst sehr ruhig war.
Da das angeforderte Grab Car behauptete ich würde schon mit ihm
fahren und auch der Herr vom Long Hotel meinte es wäre nicht weit,
lief ich die paar Meter zum Hostel und stand tatsächlich vor dem
Eingang der Tam Coc Central Bungalows.
Laut der E-Mail, die ich auf
meine Anfrage erhalten hatte, sollte ich einfach klingeln und jemand
vom Personal würde mir öffnen. Gesagt getan. Ich klingelte einmal,
zweimal, dreimal... und so weiter, aber geschlagene 45 Minuten
öffnete niemand. So sah ich mir den Sonnenaufgang an, bemerkte, dass
neben dem Tor innen ein Hund schlief und setzte mich mit meinen
Sachen dazu.
Innen hopste eine Kröte vor den erleuchteten
Kühlschrank und bestaunte den Inhalt. Draußen sah ich wie mir eine
Ratte aus dem Busch vor dem Reisfeld zuwinkte und ich klingelte
nochmal, der Hund schlief. Die Kröte saß inzwischen vor dem
Chipsregal und schien sich zwischen den Sorten nicht entscheiden zu
können, der Hund schlief. Beim nächsten Klingeln hörte ich zum
ersten Mal die Klingel, auch wenn ich vorher bereits fester und
länger drauf gedrückt hatte.Vielleicht hatte sie einen
Wackelkontakt. Zwei verschlafen junge Herren begannen sich zu regen,
öffneten die Tür und wiesen mir den Weg zu meinem Bungalow mit
großem Bett für mich allein.
Erstmal duschen und dann noch kurz schlafen bis zum Frühstück, das sah gar nicht schlecht aus (Obst, Brot, Saft, vietnamesische Gerichte), war aber für Langschläfer nicht geeignet, da um 09.30 vorbei. Egal, kann mich ja nochmal hinlegen.
Überhaupt hatte ich an dem Tag nicht wirklich was vor. Die nette Frau an der Rezeption zeigte mir auf einem Plan, was man alles machen kann und ich fragte nach einer Tour in den Nationalpark. Da gab es einen Bus, den sie mir auch buchen wollte. Ich wanderte in die „Stadt“, um mir das Hotel anzusehen, an dem der Bus starten sollte. Auf der Rücktour deckte ich mich wieder mit Wasser ein, wobei die Frau von 15.000 auf 10.000 Dong herunterging als ich mich anschickte den Laden wieder zu verlassen, na bei der komm ich nochmal vorbei. Den restlichen Tag saß ich vor meinem Bungalow und machte wirklich nichts.
Wenn die Langeweile sehr groß wurde, dann schrieb
ich am Blog oder sortierte Fotos. Abends wagte ich einen Versuch mit
dem Restaurantessen. Ich bestellte Frühlingsrollen und Gemüse sowie
einen Limettensaft. Die Portionen waren ziemlich groß, wobei das
Gemüse leider überwiegend aus Kohl bestand und sonst keinen
Geschmack hatte. Egal, wozu gibt es denn Sojasauce? Also ordentlich
rauf da. Einige der Frühlingsrollen parkte ich in meinem Kühlschrank
für später. Nachdem ich der Ratte noch gewunken hatte, die hinter
dem Blumentopf gierig auf meine Frühlingsrollen gestarrt hatte,
gings zurück in meinen schönen Bungalow!


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