Freitag, 20. September 2019

Mittwoch, 18.09.19 – von schlafenden Pangolinen, vielen Stufen zum tausendjährigem Baum und den Schmettegage!

Eigentlich wollte ich mir mit dem Engländer (names Ash, von Ashley) einen Roller teilen und gen Nationalpark heizen. Da er aber dann morgens doch Bedenken äußerte, dass er noch nie mit jemandem auf dem Roller gefahren ist, lieh ich mir einen eigenen aus.

Dann sollte ich auch vorfahren, denn ich kannte ja den Weg- wie was woher ich? Als ob ich mich hier auskennen würde!Tja selbst ist die Frau! Warum nochmal hatte ich ihn mitgenommen? :D Google Maps zum Dank fand ich den Weg und brummte an so vielen interessanten Dingen vorbei, das kann man kaum beschreiben. Eigentlich hätte ich gern alle paar Meter angehalten und Fotos gemacht, weil es so viele schöne Motive gab. Nach knapp einer Stunde brummen wie Karla Kolumna durch die vietnamesische Prärie, kamen wir zum Parkeingang.
Für 60.000 Dong sind sie dabei und bekommen gratis dazu eine Karte für den Park und den Hinweis zuerst in die Parkmitte zu fahren, denn es könnte später noch regnen. Jaja, danke danke! Auf gings, auf dem Weg sahen wir zwar nicht ganze Schwärme von Schmettegage, dafür hätte man im Mai herkommen müssen, aber doch einige. Aber wie schon zuvor erwähnt sind die ja nicht so einfach vor die Linse zu bekommen, aber schön. Leider waren sie auch gar nicht so einfach zu umfahren, da sie von den Rollern magisch angezogen wurden und es manchmal haarschaf war, dass der Falter nicht noch platter wurde als eh schon. Leider sah man sonst nicht viel, aber man hörte ein paar Vögel zwitschern. Nach 20 km trafen wir auf das entsprechende Schild und den menschlichen vietnamesischen Parkautomaten, der für die ehrenvolle Aufgabe unsere Roller an der Flucht zu hindern nur 10.000 Dong haben wollte. Na da gibt man das doch gern!


Dann auf auf zum alten Baum. Am Anfang war ich noch voll motiviert, so die erst 150m. Als ich aber das französische Pärchen vor mir die ersten Treppen erklimmen sah, schwante mir schon Übles! Ich sollte Recht behalten- denn soviele Treppen bin ich in meinem Leben noch nie am Stück gelaufen!!!












Da Treppen auch die dumme Eigenschaft besitzen oft nach oben zu gehen, half das meiner Laune allerdings nicht in selbige Höhe- im Gegenteil! Sie rutschte in den Keller, aber tief, noch tiefer- quasi in den zigsten Stock des unterirdischen Parkhauses. Ich hatte auch noch Outdoorsachen an, was mir zwar die Insekten vom Leib hielt, allerdings auch ordentlich einheizte. Zwischendurch tat ich so als würde ich stoppen, um nach (nicht vorhandenen) wilden Tieren Ausschau zu halten. Schnauf schnauf! Der Engländer laberte irgendwas von wilden Tieren! Schnauf schnauf- soll er doch! Er laberte weiter, dass er mindestens ein wildes Tier sehen wollte. Meinetwegen, kann er doch. Unbeirrt fuhr er fort fortzulabern in einer Lautstärke, die mich fast veranlasste meine restliche Atemluft zusammen zu nehmen, um ihn darüber aufzuklären, dass wilde Tiere sich von lauten Menschenstimmen sicher nicht besonders angezogen fühlen, raus kam aber nur ein: Brrruuummhhhmmmpff!Damit fand ich war auch alles gesagt, das war auch mein einziger Beitrag in der Unterhaltung, denn ich hatte eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe: eine Stufe, noch eine Stufe, huch noch eine Stufe- wo kommt die denn her? Auch die aufmunternden Schilder halfen nur bedingt: Noch 2,5 km bis zum Baum! Yeah! Noch 2 km bis zum Baum! Yippiiieehhh! Noch 1,5 km bis zum Baum! Als ob! Noch 2 km bis zum Baum! Bitte waaaaasss? Welcher Depp hat denn hier die Schilder ausgetauscht? Wenn ich den erwische!!! Aber die Aussicht ist schön- doch jaja, das kann man schon sagen! Endlich kamen wir an dem … Baum an... ja war halt ein Baum- ein schöner Baum keine Frage! Ein großer, sehr großer alter Baum, ja sseeeeehrr großer und seeeehhhrr alter Baum- aber eben doch nur ein Baum! Egal, Bild machen, ich bin nicht umsonst die Stufen hochgekrochen!




Während Ash vor mir ein Tänzchen aufführte, was sich allerdings als „Mücken-verscheuche-Tanz“ entpuppte, da sein Spray wohl nicht wirkte (ein Hoch auf Anti-Brummm!! Ich hatte es ihm angeboten, er hatte abgelehnt!), wechselte ich noch Akkus. Als ich aufblickte war er schon wieder die nächsten Stufen hochgetanzt. Naja, vielleicht lässt sich dann noch was blicken, wenn der nicht ständig redet. Frohen Mutes und der Weisheit folgend, dass, wenn es irgendwo hoch ging, es auch irgendwann wieder runtergehen musste, erklomm ich die vermeintlich letzten Stufen. Aber ein Schelm wer Böses dabei denkt: Es ging noch weiter nach oben! Ich musste überlesen haben, dass der Weg zurück direkt über den Mount Everest führt! Schöne Scheiße! Der gemeine Mensch, der vorhin die Schilder vertauscht hatte, war zu seiner Hochform der Frechheit aufgelaufen und hatte scheinbar alle weiteren Motivationsschilder auf dem Rückweg geklaut, sodass es sich wie eine Ewigkeit anfühlte bis es tatsächlich nach unten ging und hier kam eine neue Herausforderung dazu: Ab und zu fehlte ein Stein oder die Stufen waren so schmal, dass man nur seitlich mit einem Fuß drauf stehen konnte- ha, nicht mit mir! Ich hab damals im Hort „Super Mario“ auf der Konsole gespielt! Ich hatte auch die leise Vermutung, dass die Entfernungsangabe mal wieder typisch vietnamesisch war: Aus 200 werden locker 600m und wenn der Bus um 12.00 Uhr losfahren sollte, dann konnte man davon ausgehen, dass er bestimmt 45 Minuten später auch losfuhr, darauf war Verlass.







Endlich zurück, endlich sitzen.. die Franzosen waren nicht mehr da, entweder sie waren gerannt oder hatten sich verlaufen- beides possible! Auf der Rücktour fuhr ich ein wenig langsamer, immernoch in der Hoffnung etwas zu entdecken und ich entdeckte auch: das Hörnchen! Das war allerdings nicht halb so erfreut mich zu sehen und kehrte postwendend wieder in den Busch zurück! Egal- ich hatte es gesehen! Leider sah ich auch noch etwas anderes: Nämlich Regentropfen, die auf den Roller klopfen! Wir stellten uns kurz unter, beschlossen dann aber weiter zu fahren, da es nicht besser wurde und wir nicht mehr weit entfernt waren vom Eingang.

Dort erstanden wir noch Tickets für die Schildkröten und Affen, dazu bekamen wir eine Führung. Wir liefen vor, aber hinter einer niederländischen Reisegruppe und die Frau brummte mit Schirm und Roller an uns vorbei.


Die Führung war sehr gut, leider war das Fazit: Es wurde schon viel aufgegessen und alles war bedroht.







Von den Gibbons bis zu mehreren Schildkrötenarten. Es war erschreckend, wenn man in die hübschen Gesichter der Affen sah (uns doch so ähnlich!) und manche Schildkrötenarten schienen zu grinsen.
Von einer gab es nur noch drei Exemplare weltweit und die waren zu alt für kleine Schildkrötenbabies. Die konnten bis zu zwei Meter lang werden. Ein Exemplar war auf der Schildkröteninsel in Hanoi im Schildkrötentempel ausgestellt- tja zu spät!

Scheinbar waren die Chinesen sehr stark am Aufessen beteiligt, dass das quasi ein Kampf gegen Windmühlen war. Die süßen Josis waren manchmal auch nicht einfach zu entdecken! Die wussten schon warum!



Die Pangoline und Carnivoren wollten leider noch nicht aufwachen. Für weitere 400.000 Dong und 3h warten hätte ich sie noch sehen können. Aber ich traute es mir nicht zurück im Dunkeln zu fahren. Also auf auf den Roller, wieder musste ich vorfahren- also um es mit den Worten meiner Oma zu sagen: Den hätt ma nu ni oh no braucht! Ich hätte das ganze tatsächlich auch allein bestreiten können. Seine Ausrede für rückwärts war, dass er nur noch 21% Akku hätte, aber als ich an einem Fruchtstand hielt, um zwei Drachenfrüchte zu erhandeln, spielte er lustig auf diesem herum und hörte nebenher Musik.


In Tam Coc angekommen, verabschiedete ich mich schnell und fuhr zurück – immer dem Panasonic-Karton hinterher-, um dort erst einmal zu duschen, um mich wieder wie ein Mensch zu fühlen und dann schlief ich doch glatt ein.
Ich erwachte nur kurz, um noch Tofu mit Tomatensoße und einen Melonensaft zu bestellen.
Die Soße war wirklich gut! Nur die Familie, die das Hostel betrieb, kam mir langsam vor als würden sie einen kleinen Clan bilden. Noch schnell die Geckos und Ratten grüßen und ab in den Bungalow.

 

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