Donnerstag, 12. September 2019

Montag, 09.09.19/Dienstag 10.10.19- Up in the air

Kurze Anmerkung der Verfasserin: Wer Rechtschreibfehler findet, der darf sie behalten! ;)
Es regnet, es regnet...die Erde wird nass... und mit ihr auch der allmorgendliche Stau in die Berliner Innenstadt, den wir durch die geänderte Flugzeit leider nicht umgehen konnten. In weiser Voraussicht waren wir schon um 6 Uhr losgefahren und hatten somit keinen Stress. Der Regen machte den grauen Eingang zur Hauptstadt leider auch nicht schöner, allerdings war er doch sehr notwendig, da wir unterwegs an zahlreichen vertrockneten Maisfeldern und dahinsterbenden Linden vorbei gefahren waren.

Als mein Papa mich abgesetzt und mit weiteren weisen und sinnvollen Hinweisen versorgt hatte (Mama war zuhause geblieben, einer musste ja arbeiten :D, sie hatte ja schon die ganze Vorbereitung mitgemacht), suchte ich am Terminal B des Tegeler Flughafens nach dem „Fast Baggage Drop“. 
Der war auch schnell gefunden, stolperte man doch fast direkt hinter der Tür darüber. Meine verfrühte Freude zunächst an der kurzen Schlange
und somit an den genervten Leuten aus der langen Schlange vorbeihuschen zu wollen, löste sich bald wieder auf, denn die sorgfältig vorher eingecheckten und ausgedruckten Boardkarten wollten nicht so recht mit der Technik kooperieren. Die Lufthansa-Dame, die leidlich Englisch sprach und einem eigentlich nur zeigte an welcher Maschine man völlig ohne Personal seinen Koffer aufgeben konnte, war leicht überfordert mit der Situation. Aber ich durfte mich an der kurzen Schlange mit ebenso technikentgeisterten Mitreisenden anstellen. Eine ältere Dame aus der restlichen Reihe war darüber „not amused“, weil sie ja schon 45 Minuten hier anstand. Ich ließ sie vor, da sie ja nicht mehr so viel Zeit hatte... also um ihren Flug zu kriegen. Der junge Herr hinter dem Schalter blieb gelassen, auch als die Maschinen einweisende Dame mit großen Augen und einem Fingerzeig fragt, ob diese meterlang anstehenden Leute alle noch zu ihm und seinem Kollegen wollten. Eine andere Dame wies darauf hin, dass die Lufthansa mehr Personal bräuchte und eine große asiatische Reisegruppe konnte sich nicht entscheiden, ob sie nun in der Reihe stehen wollte oder nicht, was auch nicht half alles schneller zu bearbeiten. Der junge Mann grinste und meinte „Alltag“. Mein Rucksack wurde gut verpackt (hoffentlich sah ich ihn nicht zum letzten Mal) und bis DaNang durchgecheckt. Beinahe jeder Check-in-Mitarbeiter auf der Tour sollte mich während der Reise einmal fragen was denn „DAD“ sein und wo das liege. Aber da schon mehrere Leute dort gewesen waren und der Ort auch im Lonely Planet stand, wusste ich: Es musste ihn geben!
Ab zum Gate A03, das war in Tegel zum Glück ein kurzer Weg, vorbei an schwitzenden Business-Cards schwenkenden Männern im Anzug, die es sehr eilig hatten und den Eingang zum Gate nicht fanden.

 

 

 

Ab durchs Handgepäck und vorbei an der Säule mit den Steckdosen und USB-Ports, um die sich die Jugendlichen sammelten wie Motten um das Licht.Weiterhin gab es neben einer regnerischen Aussicht auch ausreichend Material für einen Zeitungstanz bei dem alle mitmachen konnten. 
 




 

Im Flugzeug gab es eine Duplovariante von Kinderbueno, einen Fensterplatz und ein Getränk und up ging es in the air. 

















 

 

 

 

 


In Frankfurt das Gate zu finden entpuppte sich als 20 Minuten Fußmarsch, aber auch das war nicht schlimm, denn ich hatte ja Zeit. Auch an Gate B46 befanden sich Steckdosen, die allerdings nicht alle zu funktionieren schienen, wenn man die hysterisch am Stecker/USB-Port wackelnden Leute sah. Ich hatte noch eine abbekommen und starrte auf Giraffen, Löwen und Nashörner auf einer riesigen Leinwand. Eine Stunde vorm Boarding wurde ich wegen einer Visumssache ausgerufen, die sich aber zum Glück noch klären ließ, auch, wenn das noch stressig war. Der Flieger der Thai Airways war erstaunlich bunt, ein wenig so als würde man durch die Flugzeugtür in die „My little Pony“-Welt eintreten, aber das Personal war sehr hübsch gekleidet und begrüßte uns freundlich. Als mir gesagt wurde ich solle „upstairs“ gehen, muss ich wohl wirklich geschaut haben als ob hinter der Stewardess ein glitzerndes Pony vorbei getänzelt wäre. Wie nach oben? Flieg ich auf dem Dach oder im Gepäckraum, so billig war der Flug nun wirklich nicht gewesen. Aber tatsächlich war es ein zweistöckiges Flugzeug, was sehr faszinierend war. Im oberen Geschoss war der Platz „B“ auch am Gang, das fand ich auch „fluffig“. Neben mich setzte sich ein älterer Herr, der den ganzen Flug kaum 3 Worte sagte, nur schlief und sich nicht mehr bewegte, sodass ich zwischendurch schon versucht war ihn anzustupsen, um zu schauen, ob er noch atmete. Aber zum Essen und den Getränken (er orderte fröhlich und kontinuierlich „red wine“) erwachte er wieder. Es gab zur Auswahl „pork with potatoes“ oder „chicken with rice“. In Anbetracht der nächsten reisreichen Wochen, entschied ich mich für die Kartoffeln und fuhr damit scheinbar ganz gut, denn der junge Herr auf der anderen Seite des Ganges fing beim Chicken an zu husten und zu prusten und japste auf die Frage seiner Freundin hin: „Ja is scharf!“

ei einer großen Filmauswahl (bei der allerdings leider nur die Filme auf Deutsch waren, die ich schon kannte) und ein wenig Schmökern im Reiseführer fielen mir bald auch die Augen zu. Es war aber nicht so einfach zu schlafen, auch, wenn sie irgendwann den Innenraum verdunkelten und das Personal so leise vorbeihuschte, was man eigentlich nur am einheitlich Parfumduft merkte, unterhielten sich viele nicht allzu leise. Ein junger Typ auf der anderen Seite des Ganges in meiner Reihe hörte den Film so laut, dass ich den kompletten Text deutlich verstehen konnte. Dazu kamen noch die leuchtenden Bildschirme, schnarchende Menschen, die sicher auch nur versuchten die wilden Tiere zu vertreiben und die freundlichen Stewards/essen, die sehr oft Getränke gebrachten. Nach einer doch leicht schlaflosen Nacht gab es britisches Frühstück, was an sich schon Geschmackssache ist, aber in Kombination mit den kleinen Turbulenzen und dem Gewackel des Flugzeuges doch nicht so ganz einladend war. 
In Bangkok angekommen (hier war es 7 Uhr, deutsche Zeit 02:00 Uhr), gab es einen lustigen Informationsschalter, der einem das Ticket scannte und den Weg zum Gate ausdruckte, natürlich immer unter dem Vorbehalt, dass man nicht doch noch einen Sprint zu einem anderen Gate hinlegen musste.
Ich fuhr ein wenig Roll-Laufband und fragte mich die ganze Zeit wie die Leute in das Gate hineinkamen, noch dazu gab es einen zweiten Stock, zu dem ich irgendwie keinen Zutritt fand (ich kam mir wirklich schon ein wenig vor wie Tom Hanks auf dem Flughafen). Also doch noch einmal zurückrolllaufbanden und die netten Frauen am Service Point fragen. Ich musste noch ein wenig mehr Roll-Laufband fahren, da es noch weiter nach hinten ging. Als ich das tat, öffnete sich tatsächlich für mich der Zugang zum Check-in und ich wurde in den 2. Stock „upgegradet“. Hier wurde noch einmal das Handgepäck durchleuchtet und ich ebenso im Ganzkörperscanner, damit ich ja keine Geckos in der Unterhose nach Vietnam schmuggelte. Außerdem bestanden sie darauf, dass ich meine Käsefüße aus den Schuhen holte- bitte, wenn sie meinen. Am Gate angekommen wurde mir gesagt, dass ich in der Bangkok Airway Lodge Platz nehmen sollte, dort gäbe es Kaffee und WIFI. Da ich diese aber nicht fand und nicht zu weit weg gehen wollte, blieb ich einfach da hocken und schrieb am Blog bis der Akku vom Laptop alle war und das Boarding aufgerufen wurde.

In der Schlange vor mir stand eine Deutsche, die leider kein Wort Englisch sprach, auch, wenn die vietnamesische Stewardess sich alle Mühe gab es mehrmals auf Englisch zu wiederholen, reagierte die Dame laut mit „Ich verstehe Sie nicht!“, warum glauben Menschen, dass eine Person, die nicht derselben Sprache mächtig ist einen versteht, wenn man einfach konsequent lauter redet. Ich übersetzte von a nach b und durfte dann problemlos mit einchecken. Das Flugzeug war übersichtlich besetzt und auch nicht vom Allerfeinsten, aber das Personal war nett und man hatte mehr Beinfreiheit als im thailändischen Doppeldecker. Solange es fliegen konnte und ich ankam, war mit das egal. Ich musste ein asiatisches Pärchen aufschrecken, um ans Fenster zu kommen. Aber anstatt genervt zu sein, boten sie mir die lustigen litschiartigen Kugelfrüchte an. Erst schwante mir Übles als die junge Frau eine Kotztüte entkorkte, also den oberen Teil abriss, um sie einsatzfertig zu macchen, aber es stellte sich heraus, dass sie sie nur als Mülltüte für die Schale verwenden wollte.
Als sie merkten, dass vor uns niemand sitzen würde, tauschten sie den Platz um mir mehr „space“ zu lassen. Nehm ich alles. Jetzt musste nur noch die Familie hinter mir (sie unterhielten sich auf Französisch, hatten aber einen starken anderweitigen Akzent) aufhören die Unterhaltung lautstärketechnisch so zu gestalten, als würden sie über ein Fußballfeld hinweg kommunizieren.
Zum Essen gab es „Shrimps mit Reis“ :D, es waren ihrer drei, aber sie bargen doch einiges an Schärfe in sich.
Den restlichen Flug verschlief ich und erwachte erst wieder als wir zur Landung über DaNang ansetzten. Der Pilot persönlich verabschiedete sich von uns und wir sockten zur Einreise. Dort traf ich die Dame wieder, die sich als eine Iris entpuppte und wir standen gemeinsam an. Währenddessen erfuhr ich, dass sie ihren Sohn besuchte, der als Koch um die Welt reiste, es hier sehr unübersichtlich fand und meinte in Deutschland lassen die ja wirklich jeden rein. Erstaunlich, dass man sich im Ausland mit Menschen unterhält, mit denen man in Deutschland kein Gespräch führen würde, nur weil man dieselbe Sprache spricht. Die Dame am Schalter konnte da nicht so wählerisch sein, sie nickte kurz und stempelte eifrig vor sich hin. Wir hinderten unser Gepäck daran weitere Runden auf dem Gepäckband zu drehen und danach wohlmöglich vor Übelkeit noch die Socken auszukotzen.
Leider gab es keinen Geldautomaten in der kleinen Flughafen, aber meine (nicht vorhandene) Handysammlung hätte ich problemlos mit Simkarten ausstaffieren können. Draußen warteten tatsächlich zwei junge Mädchen mit einem gedruckten A4-Blatt, auf dem mein Name stand. Die beiden waren sehr freundlich und kurz überfordert als ich ihnen die Hand geben wollte, tja diese Gewohnheit. Sie riefen das Auto, das mich abholen sollte, selbst wollten sie mit dem Roller fahren.Beim weiteren Gespräch stellte sich heraus, dass die beiden zum Personal gehörten, obwohl sie aussahen wie 15. Aber das täuscht bestimmt. Ich winkte Iris und ihrem Sohn, die ebenfalls auf einen fahrbaren Untersatz warteten.
 
Als mich die beiden Mädels und der Fahrer hilfsbereit im Auto verstaut hatten, gings los durchs vietnamesische Getümmel. Wie in anderen Teilen Asiens gab es hier keine Verkehrsregeln, eher so Richtlinien, wobei... eigentlich gibt es ja nur den einen Grundsatz: Wer bremst verliert! Das funktionierte trotzdem erstaunlich gut. Es war zwar nicht wirklich ein Reißverschlusssystem, aber, wer zu nett war, der konnte auf der einen Straßenseite warten bis der sprichwörtliche Sack Reis umfiel. Das Hostel war etwas unscheinbar, deswegen fanden wir es nicht gleich, aber sauber und die Leute sehr freundlich. Der 6-Betten-Damenschlafsaal war super sauber. Es gab ein hübsches Bad und einen Schließfachraum.
Jedes Bett war mit einem Vorhang umgeben und es gab Klimaanlage und einen Ventilator- wer kann, der hat. Außerdem waren Essen, Getränke, Gepäck und Schuhe im Raum verboten. Aber wir hätten bestimmt ein Haustier mitbringen können, das stand nicht auf der Liste. Allerdings war das auch hauptsächlich dafür gedacht, um die nicht erwünschten Haustiere wie meine fühlertragenden Freunde und die netten Nager aus „Ratatouille“ fernzuhalten.
Eigentlich war mein Plan nach meiner Dusche nach einem Geldautomaten zu suchen, aber da kam gerade eine neue Mitschnarcherin an. Sie stellte sich als Misaki vor. Ursprünglich aus Japan stammend, hatte sie zwei Jahre in Australien gelebt und reiste nun über alle möglichen asiatischen Länder nach Japan zurück.
Wir unterhielten uns sehr gut und beschlossen zusammen nach dem Automaten, dann nach einem Supermarkt und dann nach dem Strand zu suchen. Zwar meinte die Hostelangestellte der ATM sei ab und zu „out of cash“, weil es hier viele Touristen gab, aber ich hatte Glück und er spendierte mir das Höchste, was er an Summe zu bieten hatte: 2.000.000 Dong. Jetzt kanns losgehen.Erst einmal etwas essen, wir nahmen die empfohlenen typischen Nudelgerichte, der Besitzer war etwas wortkarg. Nicht nur im Englischen, sondern auch in seiner eigenen Sprache. Es war doch lecker, jedoch rührten wir den mysteriösen Salat im Brotkorb nicht an.
 
Zum Strand war es wirklich nicht weit und mit Wasserflaschen in den Händen machten wir uns auf zum Meer, denn was will man oder auch frau mehr.
Der Strand war wirklich schön und riesig, es gab verschiedenste Arten von Musik, die ab und zu ein wenig gegeneinander arbeiteten und abgetrennte Bereiche, in denen Rettungsschwimmer aufpassten, dass niemand Nemo und Dori Gesellschaft leistete. Wir setzten uns in die Nähe und beobachteten die Kinder wie sie sich im Sand panierten und verzweifelt aussehende Mütter versuchten sie zu entsanden bevor sie die Kruste eines Fischstäbchens hatten.
Der Blick war super und wurde nur ab und an von ein paar JetSkis getrübt.

Wir unterhielten uns bis drum herum die Dunkelheit einbrach und der Strand Stück für Stück erleuchtet wurde durch die vielen Bars und blinkenden Hotels.


Dann stapften wir zurück und versuchten eine SIM-Card für mich zu erstehen.
Das war zwar eine kleine Wanderung und die völlig gelangweilten Mitarbeiter des Handyshops, die zuvor beinahe mit dem Ellbogen von der Tischkante gerutscht waren, rannten fast gleichzeitig zur Tür, um sie uns zu öffnen. Ich erstand für einen Monat (weniger ging nicht) eine 4G-Karte und zahlte dafür 5€ inklusive Simkarte. Wahrscheinlich war das noch teuer, aber als es eingerichtet war funktionierte es und mehr wollte ich ja nicht. Auf dem Rückweg schmulte Misaki mehrmals in Richtung Seafood-Grill, sodass wir beschlossen dort etwas einzunehmen.Die Kellnerin war sehr jung und sehr ungeduldig, was auch an den Bier trinkenden Männerrunden liegen konnte. Wir entschieden uns für eine Muschelart, Misaki kannte sich mit Seafood aus. Als der junge Grillmeister den Teller noch einmal in Richtung Küche trug, immitierte er unfreiwillig eine Figur aus „Holiday on Ice“ und schlitterte einen Moment, wobei eine Muschel zu Boden fiel. Als sie uns den Teller brachten waren wir nicht ganz sicher, ob sie die nicht einfach wieder raufgelegt und einfach ein bisschen mehr Soße draufgetan hatten.

Die Kellnerin machte einen noch nervöseren Eindruck als wir versuchten ihr via Googletranslator mitteilten (auch sie sprach ihre Muttersprache ausgzeichnet, allerdings kein Wort Englisch), dass wir uns nicht ganz sicher waren, ob sie die Muschel ersetzt hatten, wir hatten es ja nicht gesehen. Aber als dann der Grillmeister kam und (auch via Googletranslator) die Hände erhob und fast vor uns auf die Knie ging, um sich zu entschuldigen und dass die Muschel wirklich eine neue vom Grill sei, dachten wir: Ach komm was solls, das passiert mal. Wir bekamen einen Preisnachlass von 10% und es knirschte kein bisschen, sondern war wirklich lecker.
Misaki aber wusste schon vorher: Das Essen reicht ihr nicht. So hielten wir an einem vietnamesischen kleinen Pancake-Wagen und bestellten je einen. Allerdings hatten sie die Rote-Bohnen-Paste nicht mehr die ich wollte, gut dann Schokolade. Die hatten sie auch nicht mehr. Gut, dann Pudding. Ach ja der war gerade alle geworden. Dann halt Kokos, achso nee, das hätten sie ausgerechnet heute nicht. Da ich mich aber weder für Käse noch einen der zwei anderen mir nicht bekannten salzigen Zutaten erwärmen konnte, teilte ich mir mit Misaki ihren. Wir stapften zum Hostel zurück, wo uns der Nachtwächter mit den schlafenden Hunden empfing und fielen sehr müde ins Bett. Ich war schon beinahe bei den Muscheln eingenickt und konnte nun nach über 24 h und wenig Schlaf endlich wieder ins Bett.

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