Montag, 30. September 2019

Montag, 23.09.19- Ärmel hochkrempeln, Ellenbogen bereit machen-los geht’s!

Der Tag begann früh, zu früh für Jule! Um 08.40 Uhr wurden wir tatsächlich auch recht pünktlich abgeholt und von einer jungen Vietnamesin zum Bus begleitet.
Der füllte sich nach und nach mit Vietnamesen, US-Amerikanern, einer Australierin, einem spanischen Pärchen, einem weiteren Deutschen mit chinesischer Freundin, einem Japaner vom anderen Ufer inklusive Begleitung (dem war zwischendurch schlecht und er stürmte einfach aus dem Bus als wir an einem Hotel hielten, um Leute einzuladen) und anderen Menschen.
Unser guide, also die junge Vietnamesin hatte eine etwas nervöse Sprechweise und nutzte oft right/okay/yes als Lückenfüller, begleitet von einem Kopfnicken. Ab und zu haute sie zwischendurch ein paar lustige Sachen raus, die man aber erst verzögert registrierte, weil sie diese genauso ernst aussprach wie die anderen Ansagen. Im Anschluss fuhren wir laaaaaaaaaaaange Zeit durch die Gegend... Zeit für ein Schläfchen. Bis auf einen Toilettenstopp an einem Rastplatz, danach gings wieder laaaaaange Zeit weiter. Am Hafen in Halong Bay angekommen ließen die anderen Busse schon erahnen, was auf einen zukommen würde, aber auch schon von der Reiseleitung angekündigt wurde: Viiiiieeleeee, viiiieeeleee Chinesen. Da die Bucht dicht an der chinesischen Grenze lag, schien das ein beliebtes Ausflugsziel zu sein. Außerdem wurde am 01.09.19 ein Gesetz verabschiedet, dass keine Plastikflaschen sowie -tüten mehr mit in die Bucht gebracht werden dürften. Das war prinzipiell sehr gut, allerdings wurde es auch schnell ausgenutzt, da die Getränke wohl das Dreifache kosten sollten. Am Hafen gab es eine weitere Toilettenpause und danach hieß es: Folgen sie der grünen Fahne an dem langen Stab! Schon ulkig sich wie eine asiatische Reisegruppe zu fühlen, v.a. in Asien. Dabei kannten wir das schon aus Europa mit diesen asiatischen Gruppe, die alle einem Schirm oder einer Fahne folgten. Wir betraten ein Boot und sollten und den Namen gut einprägen, damit wir im Anschluss nicht der falschen Fahne folgten und womöglich nach China segelten. Ich fotografierte es kurzerhand und ab ging die Post. Eine Bootsfahrt, die ist lustig, eine Bootsfahrt, die ist schön...v.a., wenn es erst einmal etwas zu essen gab.
Neben uns am Tisch saßen das spanische Pärchen und das US-amerikanische, die allerdings in Hawai lebten und da selbst ein Seafoodrestaurant betrieben. Deshalb aßen sie hier kein Seafood und die Dame bekam ein extra vegetarisches Menü. Nach dem Essen guckten wir uns die vielen Felsen an, zwischen denen wir nun durchtuckerten. Natürlich war es schwer ein Bild ohne ein anderes Boot zu erhaschen, aber weit noch schwieriger war ein Bild ohne weitere Menschen.

Man musste sich dabei schon ein wenig verrenken und ein bisschen schummeln. Unser erster Halt war ein Besuch beim Höhlenbär, also ohne Bär, aber dafür wieder mit vielen Chinesen, die scheinbar Spaß daran hatten die Security zur Weißglut zu treiben, indem sie einfach über die Absperrung kletterten, um sich auf einen tropfnassen Tropfstein zu setzen.


Der seltenste Anblick war auch hier wieder ein Bild ohne Menschen, aber wir gaben unser Bestes! Na der kleinen Tour genossen wir kurz einen Ausblick auf die Bucht und suchten dann das Boot, zum Glück hatte ich vom Namen ein Foto gemacht. Kurz vor dem Boot saß ein Makake auf einem Bild und ließ sich seelenruhig fotografieren. Geschickt fing er einen Apfel von einem Touristen auf und verspeiste ihn genüsslich.
Nach einer kurzen Fahrt sollte es eine Fahrt im Kayak oder Bambusboot geben. Unser guide lieh mir sogar ihre Uhr, da wir die ersten waren und somit Orientierungspunkt für die anderen. Weste geschnappt, Paddel geschnappt und husch husch ins Kayak. Durch eine kleien Höhle gings in einen Sackgassensee, um den man nun lustig paddeln konnte.
Auffällig war, dass fast alle asiatischen Touristen im Bambusboot fuhren, während die anderen überwiegend Kayak fuhren. Einige schafften es sogar auf dem See zusammen zu fahren, obwohl dieser nun nicht klein war. Pünktlich wie die Maurer waren wir zurück und fanden das Boot diesmal ohne Foto.
Die letzte Herausforderung des Tages war es auf einem Aussichtspunkt ein Bild von der Bucht zu machen. Jaaaaa das kann ja nicht so schwer werden...abwarten! In einer für mich ungewöhnlichen Geschwindigkeit erklommen wir den Hügel und standen nun mitten im Fotografie-Krieg. Höflichkeit und Rücksichtnahme waren hier Fremdworte. Hier galt: Wer am meisten schubst und sich vordrängelt bekommt ein Foto- zwar kein schönes Foto mit vielen Ellenbogen und fremden Hintern drauf, aaaaaber immerhin ein Foto!


Da uns diese Benehmen eigentlich fremd war, dauerte es dementsprechend lange bis wir fotografieren konnten. Ellenbogen einsetzen war gefragt, außerdem erfragte ich mit Nachdruck, ob wir mal für ein Foto Platz bekommen könnten, da manche Leute tatsächlich an derselben Stelle in derselben Pose ca. 20 Bilder von sich machen ließen. Wer soll sich das denn nachher ansehen? „Guckt mal hier bin ich am Aussichtspunkt in der Halong Bucht und hier auch, hier auch, hier auch, oohh da ist eine andere Wolke an mir vorbei gezogen, hier ists immernoch dieselbe Wolke und hier noch 20 Bilder von mir an dem Baum neben dem Aussichtspunkt in der Halong Bucht!“ Das verstehe wer will. Eine skurile Situation ergab sich noch als eine Dame mit dunklerer Hautfarbe von sich ein Foto haben wollte. Da sie uns fotografiert hatte, bot ich ihr an, auch von ihr ein Foto zu machen. Dann stellte sich plötzlich eine asiatische Frau neben sie und fragte, ob sie gemeinsam ein Foto machen könnten. Die erste Dame, die auch sehr gut Englisch sprach, bejahte dies. Aber dabei blieb es nicht, danach zogen sie weitere Chinesen auf ihr Bild-ohne vorher zu fragen. Irgendwann mussten sowohl sie als auch ich sehr nachdrücklich „Stopp!“ sagen, was die vermutlich chinesische Reisegruppe überhaupt nicht verstand und verdutzt schaute. Um dem Spektakel zu entkommen begleitete sie uns und meinte, sie käme sich schon den ganzen Tag vor wie ein Affe im Zoo. Na herzlichen Glückwunsch! Unten am Strand drückten wir noch schnell einer Australierin unsere GoPro in die Hand für ein Laufvideo und hechteten dann zum Schiff, wo unser guide schon kurz vor einem Herzinfarkt stand, weil wir nur eine begrenzte Aufenthaltsgenehmigung hier hatten. Auf der Rücktour schauten wir auf den schönen Sonnenuntergang und bekamen von der Australierin (sie war Krankenschwester in Melbourne) in unserer Reisegruppe noch hilfreiche Versorgungshinweise für mein Bein.
Ich hatte mir beim Shuttle-Motorrad in Hue eine Verbrennung zugezogen, weil der Fahrer bei meinem Absteigen das Motorrad verrutschte und ich so an den Vergaser kam. Endlich zurück am Hafen gab es natürlich eine Toilettenpause. Die zweite Reisegruppe (inklusive kleiner, vietnamesischer Reiseleiterin), die mit uns an Bord gewesen war, begleitete uns noch bis zum Bus und ab gings zurück nach Hanoi. Zeit für ein Schläfchen! In Hanoi angekommen, verabschiedeten wir uns (v.a. von der Australierin) und liefen die paar Meter nur bis zum Hostel. Hier klärten wir noch alles für die morgige, sehr frühe Abreise und aßen im Anschluss noch das berühmt Beef-Noodle-Gericht, was uns von Timo und Georgia empfohlen worden war. Hier gab es nur fünf Gerichte auf der Karte und zwei davon waren Nachtisch.
Es war lecker, aber wir statteten trotzdem dem Hühner-Café noch einen Besuch ab, der Wach-Hahn schlief wohl angeblich- jajaaa das hatten sie beim letzten Besuch abends auch behauptet, wahrscheinlich war er im Topf oder in einem Ban Mhi gelandet.
Wir bestellten einen Lemonice-Smoothie und ein Ban Mhi mit Käse. Zuvor hatte Benni für mich noch das empfohlene Pflaster von der Australierin bei einer Pharmacy erhandelt und neben der saß wie beim letzten Mal eine Frau, die das gesamte Geschirr ihres Essenstandes auf der Straße in Plasteschüsseln abwusch, eine andere sammelte den Müll auf, den die Einheimischen auf die Straße gestellt hatten.
Direkt neben dem Café war das Flipside- Hostel, was zu unserem Hostel dazu gehörte und scheinbar das Party-Hostel war. Hier konnte man gut die Toilette benutzen, denn in den kleinen Cafés gab es keine. Nun noch zum Hostel watscheln, packen und ein bisschen schlafen.

 

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