Samstag- 21.09.19- Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos – oder auch: Bennis Ankunft!
Das Frühstück war sehr lecker und
bestand aus einem Bananenpfannkuchen.
Timo leistete mir Gesellschaft,
während Georgia leider das Frühstück verschlief. Danach versuchten
wir unsere Rucksäcke zu packen, was zu dritt im Schrank unter bzw
neben der Treppe schon ein logistisches Meisterwerk
darstellte.Irgendwann fiel ich mit gepackten Sachen einfach aus dem
Schrank raus und setzte mich nach unten an die Rezeption, um auf
Benni zu warten. Die beiden gesellten sich bald dazu, da sie noch
auswürfelten wohin sie an diesem Tag fahren wollten, zum ersten Mal
waren sie sich wohl nicht einig. Im Laufe der Zeit... wurden sie sich
immer noch nicht einig und Benni ließ auf sich warten. Uns gegenüber
saß die Dame, die das Café betreute mit ihrem Kind.Die Kleine dachte gar nicht daran still zu sitzen, sondern zappelte herum, krabbelte zu mir rüber und auf meinen Schoß. Klar bei Mama war es langweilig, die schaute nur auf ihr Handy. Um ihre Aufmerksamkeit zu bekommen, rammte die Kleine ihrer Mutter einfach die vier Beißerchen in die Schulter, was Letztere gar nicht lustig fand, mir allerdings bekannt vorkam. Während Timo und Georgia noch überlegten, beobachtete ich den kleinen Gecko, der im Bücherregal wohnte.
Irgendwann hatten beide die zündende Idee: Sie würden einfach noch einen Tag bleiben, weil Hanoi so schön war. Endlich erreichte auch Benni in einem Taxi das Hostel. Geschickt wie er war, hatte er einem deutschen Pärchen bei der Organisation geholfen, die ihm glatt seinen Teil der Taxifahrt bezahlten- der Fuchs! Jetzt konnten wir auch in unser Doppelzimmer einziehen... allerdings hatten Timo und Georgia Recht als sie meinten, dass es nicht viel größer war als der Schrank. Zunächst einmal bekam der leicht bekifft wirkende Rezeptionsmensch die Tür nicht auf (erst der Ersatzschlüssel passte), danach mussten wir beide erst ins Zimmer reingehen, dann die Tür schließen, um anschließend an den Lichtschalter heranzukommen- was wäre ein Urlaub ohne Herausforderungen.
Dafür war das Bad fast genauso groß wie das Schlafzimmer, wobei die Dusche so groß war, dass man darin hätte tanzen können- jetzt wirklich ohne Ironie.
Nach einem planvollem Umräumen, bei dem ein Teil der Sachen im Bad deponiert wurde, weil ja sonst die Tür nicht auf ging, machten wir uns auf den Weg – zusammen mit Timo und Georgia- und kehrten da ein, wo das Huhn bzw. der Hahn zuhause ist.
Tatsächlich waren wir auf die Ansprache einen sehr jungen Herren in das Café gegangen, was sich zwischen vielen anderen und wie diese halb auf der Straße befand.
Der kleine weiße Hahn wurde auf einen schief wachsenden Baum gesetzt, von wo aus er jedes Geschehen genau verfolgte und sich aufplusterte, wenn es aus seiner Sicht galt sein Café zu verteidigen. Schließlich schlief er ein, ab und zu das Kontrollauge öffnend, ob auch alles seine Richtigkeit hatte. Wir bestellten uns sensationell gute Smoothies, Sommerrollen und Ban Mhi (ein Relikt der französischen Kolonialherrschaft).
Im Anschluss gingen die beiden Souvenirs kaufen, während wir ein wenig durch die Altstadt schlenderten. Wir liefen die bekannte Bahnschiene entlang, auf der ein antiker Zug verkehren soll, der direkt durch eine von Cafés gesäumte Gegend fährt. Da dort so wenig Platz ist, müssen alle Café-Besucher nicht nur die Beine einziehen, sondern teilweise sich und das Mobiliar in Sicherheit bringen. Leider fuhr der nächste Zug erst um 19 Uhr, aber drei Stunden wollten wir nicht warten.
Auf der Schiene traf ich Chloé wieder, die Französin, die auf der Paradise Cave Tour auch mit im Bus gewesen war. Vor der Zitadelle stolperten wir durch die Reste eine abklingenden Messe für alles, was die Welt nicht braucht.
Eigentlich wollten wir zum Ho Chi Minh- Mausoleum, was er für sich ja gar nicht wollte, die Vietnamesen ihm dann aber doch gebaut haben. Dazu haben sie Zeug aus dem ganzen Land herangeschafft.
Reinkommen war zwar kostenlos, aber natürlich mit einer Taschenkontrolle verbunden. Erstaunlich wieviel der Vietnamesen hier ihr Feuerzeug spenden mussten, damit könnte man einen eigenen Laden aufmachen. Eigentlich konnte man auf dem Gelände auch nicht viel mit einem Feuerzeug ausrichten, da das Mausoleum ein großer, grauer, massiver Klotz auf einem gepflasterten Platz war.
Dass man diesem nicht zu nahe kam, ihn gar anzündete, abschleckte oder anfasste, dafür sorgte eine Reihe soldatenartig gekleideter Wachmänner, die alle mit einer knallbunten Trillerpfeife ausgestattet war. Da standen sie nun, die Pfeife im Anschlag. Sie schien beinahe wichtiger zu sein als der Griff zur Waffe. Am Anfang fanden wir es nur witzig, weil wir dachten, dass diese eh nicht zum Einsatz kommen würde und machten unsere Fotos. Doch sehr schnell sollten die Pfeifen erklingen, dass uns die Ohren dröhnten. Denn der geneigte asiatische Tourist schien nicht viel von Abstandslinien und Warnschildern zu halten. Oft setzten sie sich kackfrech darüber hinweg, um sich in einen großen Blumentopf vor dem Eingang des Mausoleums zu setzen, um das beste Foto zu erhaschen. Die Pfeife ertönte, einer rannte über die Linie für ein Selfie, die Pfeife ertönte erneut. Eine ganze Gruppe mit Regenschirm bewaffneter, asiatischer Senioren latschte seelenruhig in der verbotenen Zone herum, der Wachmann pfiff sich bald die Lunge aus dem Hals. Schon ganz rot im Gesicht, bekam man bald Angst, dass er umkippen würde. Wir trafen ein deutsches Pärchen, das uns bei den Fotos half und nach Ratschlägen für die Halong Bucht fragte. Die konnten wir ihnen leider nicht geben, da wir erst am 23.09.19 hinfahren wollten. An herrschaftlichen Bauten aus der Kolonialzeit ging es zurück ins Hostel.
Nach einem kurzen Nickerchen wollten wir uns mit Timo und Georgia für den Nachtmarkt treffen. Ein paar Minuten zu Fuß und schon standen wir mitten im Geschehen: Gleich am Anfang gab es die niedlichen kleinen Streetfoodstände mit Spießchen, Eis, Getränken, Obst und und und... in der Mitte der Straße befanden sich kleine Stände, an denen es Technik, Taschen, Schmuck, Souvenirs, Krimskrams, Klamotten, Klamotten und ooohhh noch einmal Klamotten gab.
Eigentlich gab es an jedem Stand die gleichen Sachen mit den gleichen Preisschildern. Wie praktisch, so war es fast egal wo man was kaufte, die Vietnamesen waren schwere Verhandlungspartner. Irgendwann fanden wir einen Grillstand mit Sushi und anderen netten Kleinigkeiten.
Unter anderem gab es auch eine Art Tomatensoße mit zylinderförmigem, nudelartigem Inhalt. Timo wollte das unbedingt probieren, hörte aber nach dem halben Becher auf und da er diese Reisteigstückchen mit Maden verglich, wollte Georgia die auch nicht mehr aufessen. Plötzlich hörten wir es hinter uns grunzen, keuchen und sabbern. Eine vornehme Dame zerrte eine beige Wurst auf Beinen hinter sich in einen Laden. Diese Wurst hechelte ganz schön, da ihre Beine unter dem faltigen Körper viel zu kurz waren, um die Stufe zu erklimmen. So einen fetten Mops habe ich noch nie gesehen, man hätte ihn problemlos als Abdichtungsrolle vor die Wohnzimmertür rollen oder als Nackenkissen benutzten können.
Allerdings wäre Letzteres wahrscheinlich eher unangenehm, es sei denn man hat keine Probleme mit Hundespeichel, der einem den Nacken herunterläuft. Ich erstand eine Hose, von der ich annahm, dass sie mir nicht passen würde, aber da die Verkäuferin meinte das stimmt so und es keine Umkleidemöglichkeiten gab, nahm ich sie mit. Außerdem noch vier Paar Ohrringe für 100.000 Dong. Eigentlich wollte ich das Angebot mit Georgia teilen, aber die konnte sich nach 15 Minuten Ohrring ans Ohr halten immernoch nicht entscheiden, ob sie dieses Paar wollte, während ich mich nach zwei Minuten für drei Paar entschieden hatte. Deswegen lehnte sie das Angebot dankend ab, weil sie meinte das würde sonst ewig dauern.
Nach ein paar weiteren Häppchen und Fruchtsäften schlenderten wir ins Hostel zurück.



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